2002 – 2005
Chaos und Ordnung
Eine Würdigung der chaotischen Natur unserer Welt, die sich dem menschlichen Auge gern entzieht, versteckt in all zu perfekt angeordneten Strukturen und Mustern.
Beim genaueren Hinsehen kann man die Unstimmigkeiten schnell erkennen. Kleine Störungen die sich über die Ränder auszubreiten beginnen und dem kommenden Unheil vorauseilen.
Unvorhergesehen, ungebunden und übermächtig bricht es vor uns aus.
Wir wandeln am schmalen Band zwischen Abgründen, in dieser Nische der Ordnung in der unsere Existenz bewahrt ist.
Chaos & Order
An early tribute to the chaotic nature of our world for how it hides its unsettling face in perfect arranged structures.
Look closer and you’ll see discrepancy everywhere, the disorder gnawing on the margins, foreshadowing beginning turmoil.
There is no further warning and it bursts out unbridled and overwhelming.
We are walking on the edge to this abyss, preserved in a niche of order.
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2005 – 2012
Dali – Jung
Die Werke Salvador Dalis und Carl Gustav Jungs inspirierten mich stilistisch als auch in meiner Denkweise. Surrealismus gab mir dabei die Freiheit das zu malen was sich bildlich nicht oder nur schwer einfangen lässt.
Mein Verstand ist ein gutes Beispiel für etwas (zum Glück noch) Unfassbares. Dabei faszinierten mich vor allem die Mechanismen des Unbewusstseins und sein Mitwirken am Aufbau meines Selbst. Das Unbewusste zu malen ohne das Unbewusste malen zu lassen ist nicht möglich und somit handelt es sich bei den Versuchen eigentlich um Selbst-Portraits.
Der Kern der Episode liegt in der Reihe ‚Ableitung des Selbst‘ (erste und zweite) und ‚Archetyp‘, die hintereinander entstanden sind und in denen ich versuchte psychologische Mechanismen mit dem mathematischen Konzept der ‚Ableitung‘ zu konfrontieren. Ich stellte mir den Verstand als die Brücke vor die diesen unbestimmten Raum zwischen zwei definierten Punkten unseres Selbst überspannt.
Als Maler und Denker bezeichnet diese Zeit auch den Beginn des Konflikts in einer mehrheitlich reduktionistisch denkenden Gesellschaft zu leben.
Dali – Jung
Salvador Dali and Carl Gustav Jung were influences these days and surrealism a step further in the attempt to paint figuratively what is, in its full extend, inconceivable.
Like the most inner parts of our mind.
Fascinated by the complex mechanisms that contribute to the structure of my self, I tried to capture the unconscious on canvas. But you cannot paint the unconscious and avoid that it do most of the work, so the results were nothing far from self-portraits.
The core of this episode builds the ‚Ableitungen des Selbst‘ (1. and 2.Derivation of the Self) and ‚Archetyp‘ which I painted consecutively and where I also tried to confront psychological indeterminacy with the mathematical concept of ‚derivation‘. I imagined our mind as the bridge, or curve, which span over the ‚emptiness‘ that separates two defined points of our self.
As a painter and thinker , this episode also depicts the beginning of the strife I feel to find myself in a, predominantly, reductionistic world.
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Ab 2012
Post Dali
Die Umstellung auf hochkantige, schmale Formate bringt eine deutliche Stiländerung mit sich und nähert sich einer Art abstraktem Realismus. Die Frage nach dem Wesen des Selbst tritt hinter die Frage nach seinen Einschränkungen und den sie begleitenden Konflikten.
Die Grenzen der Leinwand werden zur Grenze einer Wirklichkeit die für sich alleine steht, sich jedoch gegen die gesellschaftliche nicht behaupten kann und unter diesen Zwängen leidet. Die Übereinkunft vollzieht sich durch die Aufgabe eines Teils der individuellen Wirklichkeit.
Das mehrteilige Werk ist ein gutes Medium um Gemeinsamkeit und Diskrepanz darzustellen. Im Zentrum jedes Bildes steht stets eine Figur die durch kontinuierliches Übermalen, Korrigieren und Rückgängigmachen nach und nach abstrahiert wird. Da ich abwechselnd an den Bildern male beeinflussen sie sich in ihrem Entstehen maßgeblich, trotzdem entwickeln sie sich bald auseinander.
Die Dokumentation des Fortschritts und Rückschritts wird zum Teil des Prozesses.
Post Dali
The chosen format induced a distinctive change in the stile, which moves closer to abstract realism. The questions around ‚what is‘ my ‚Self‘ makes way for the questions about its restrictions and the resulting conflicts.
The boarder of the canvas becomes the boarder of a reality which stands alone against the established societies one, and it suffers under its restrains. An agreement takes place under the loss of parts of the individual reality.
I discovered the formats triptych and diptych as a fine medium to depict commonality and discrepancy. The painting usually begins with a figure in its center, which gets abstracted by constant over-painting, correction and trying to reverse to a former point. Working alternately on each painting induces mutual influence in its progression even though they are constantly deviating.
Documentation of the progress and regress is becoming a part of the process.